Wie oft habe ich gehört: „Mein Mann schläft in einem separaten Zimmer, denn er muss ja arbeiten.“ Ich frage mich dann: Und Du nicht? Ist Deine (unbezahlte) Arbeit nicht genauso wichtig, oder gar wichtiger? Sind die Konsequenzen eines Fehlers aufgrund von Schlafmangel bei Dir nicht viel fataler?
Studien haben nämlich mehrfach gezeigt, dass chronischer #Schlafmangel ähnliche Auswirkungen hat wie übermässiger Alkoholkonsum:
Eine Studie der AAA Foundation for Traffic Safety ergab beispielsweise, dass Personen, die nur 5-6 Stunden pro Nacht schlafen, ein doppelt so hohes Risiko für Autounfälle haben wie Personen, die 7 Stunden oder mehr schlafen. Personen, die weniger als 5 Stunden schlafen, vervierfachen ihr #Unfallrisiko sogar!
Ist es dann nicht vielleicht schlauer, dass die Frau separat schläft, denn sie muss auf das Kind aufpassen? 🤷🏻♀️
Doch damit nicht genug: Während in der traditionellen Rollenverteilung oft die Männer im ersten Jahr nach der Geburt für ihre 1670 Stunden Arbeit also Lohn, Pausen, Urlaub und Anerkennung kriegen, sind die Frauen „nur Zuhause“.
Nebst den 1800 Stunden stillen, trösten, wickeln, wiegen und bespassen sie das Kind. Sie kaufen oft ein, machen die Wäsche, kochen, putzen und räumen auf. Sie kriegen ungefragt Tipps, Tricks und Kritik von wildfremden Menschen. Sie haben weder eine Einarbeitung noch Kolleg*innen, noch Vorgesetzte, die ihnen in „heiklen Projektphasen“ beistehen.
Es gibt keine Pausen, kein Urlaub und keine Beförderung. Nachtarbeit ist ebenso selbstverständlich wie Überstunden.
Ich finde es daher absolut zentral, dass Partner, die nach der (bezahlten!) Arbeit nach Hause kommen, per sofort die Hälfte der ab dann anfallenden Arbeiten übernehmen.
Denn BEIDE haben den ganzen Tag gearbeitet. Einer davon wurde vielleicht sogar noch gelobt dafür, hatte eine Mittagspause und einen Hin- und Rückweg ohne Verpflichtungen.
Es ist Zeit für mehr Bewusstsein was Mütter täglich leisten. Es ist Zeit für eine gerechtere Verteilung von (Haus-)Arbeit, ganz unabhängig vom gewählten Modell. Denn Hashtag#Hausarbeit ist Arbeit, auch wenn sie nicht bezahlt wird, oder gerade deswegen umso mehr. #TimeToCare
Und ja, ich gebe zu: auch ich habe früher frische Mütter gefragt: „Was machst Du denn eigentlich die ganze Zeit?!“ Nie hätte ich mir vorstellen können, wie viel allein bereits das Stillen kostet. Und damit meine ich nicht nur Zeit, sondern natürlich auch Energie und Schlaf.
Umso wichtiger ist es, darüber zu sprechen und mit mehr Wertschätzung unterwegs zu sein.
Wie verteilt ihr die anfallende Arbeit (gerecht)?

