Als Kind war ich in aller Selbstverständlichkeit die #Heldin meiner Geschichte. Ich identifizierte mich mit Globi, Tim, Mickey Mouse & Kalle Blomquist während ich die anderen Kinder als meine Abenteuer-Side-Kicks sah.
Kurzum: Ich bestimmte was lief und wie. Ich gefiel mir in dieser Rolle und die anderen Kinder schienen dies zu akzeptieren.
Mir war zu keinem Zeitpunkt bewusst, dass es sich bei den Helden dieser Geschichten ausschliesslich um männliche Figuren handelte, und es war mir auch völlig egal. Das ging ungefähr so lange gut, bis sich im Kindergarten erste Gender-Themen regten. Mädchen durften bei Regen nicht nach draussen gehen, Jungs konnten im Schlamm spielen.
Anfangs versuchte ich mich einzufügen. Dann entschied ich mich ganz pragmatisch die Haare kurz zu schneiden und mich Alexander zu nennen. Das verschaffte mir eine angenehme Verschnaufpause. 🤪
Doch spätestens in der Pubertät ist mir klar geworden: Ein Mädchen bzw. eine Frau wird weder in der Hauptrolle geduldet, noch darf/kann sie einfach bestimmen. (Und sie darf dieses Problem offenbar auch nicht mit den Fäusten regeln, gell Herr Bürgler!). 😇
Wenn ich als Frau mitbestimmen wollte, musste ich viel subtiler werden: Ich musste gefallen.
Wenn ich gefiel, erfüllte man mir meine Ansprüche (äh ich meine natürlich „Wünsche“).
Dieses System hatte ich im Verlauf der Jahre immer mehr perfektioniert.
Um jeglichen Verdacht auf Manipulation abzuwenden, habe ich mich dafür mit Herz und Seele engagiert, habe alle Menschen, die mir meinen strategischen Einfluss gewährt haben, übertrieben umschwärmt und verehrt.
Kurz: Ich wurde zur mega People-Pleaserin. 🫠
Solange Du Dich mit anderen People-Pleaser*innen umgibst, sorgt man gegenseitig für seine Bedürfnisse, soweit so gut.
Sie Sache hat aber einen Haken: sobald Du im Haifischbecken der strategischen Firmenpolitik und Hierarchie-Kämpfe ausgesetzt bist, gehst Du unter.
Denn da ist es essenziell „NEIN“ sagen zu können. Es ist zentral, Deine #Grenzen zu verteidigen, statt sie lächelnd überschreiten zu lassen, in der verzweifelten Hoffnung, dadurch später auch wieder an Einfluss zu gewinnen.
Aber: Als alte People-Pleaserin ist es schwierig, seine Grenzen einfach so zu setzen.
Denn Du fürchtest Dich davor, nicht zu gefallen und dadurch Deine letzte Chance auf #Einfluss zu verlieren.
Das ist aber völliger Quatsch: Denn wer sich darüber ärgert, dass Du Grenzen setzt, war im Begriff diese zu überschreiten und nicht im Begriff Dir Einfluss zu gewähren. 🎂
Wirklichen Einfluss gewinnst Du nur, wenn Du aufhörst, Dich und Deine Meinung vom Gefallen anderer abhängig zu machen. Lerne zu Dir zu stehen, Dich zu positionieren und dadurch Leuten zu missfallen.
Dadurch ziehst Du Menschen an, die Deine Grenzen #respektieren. Das ist der Anfang für nachhaltigen Einfluss.

