Wie wärs mit Kinderkleidung mit Schnapsflaschen und Zigaretten?
Absurd, oder? Wir würden es als unpassend, heikel oder gar gefährlich ablehnen – weil wir fürchten, dass solche Botschaften prägen.
Aber ist es nicht ebenso problematisch, wenn Kinderkleidung Mädchen die Rolle des Opfers und Jungen in die des Täters zuweist?
Denn beide Botschaften formen, wie Kinder die Welt und ihre eigene Rolle darin wahrnehmen – und beide prägen sie auf eine Art, die wir hinterfragen sollten.
Auch wenn eine Trennung der Kinderkleidung anatomisch überhaupt nicht notwendig ist, ist der Nutzen für die #Kleidungsindustrie offensichtlich: Wenn Geschwister mit unterschiedlichem Geschlecht Kleidung nicht nachtragen können, steigt die Nachfrage. 💸
Und ja, ich höre immer wieder Eltern die sagen, dass es für sie kein Problem ist, ihrem Mädchen Jungenkleidung anzuziehen. Allerdings höre ich viel seltener, dass sie Jungen in Mädchenkleidung stecken würden. 👰🏻
Und das ist kein Zufall. Ein Mädchen in Jungenkleidung wird oft als stark oder selbstbewusst wahrgenommen. Ein Junge in Mädchenkleidung hingegen wird schnell belächelt oder abgewertet.
Warum? Weil Weiblichkeit noch immer abgewertet wird.
Gerade deshalb ist es so wichtig, früh gegen stereotype #Rollenbilder zu steuern. Kinder sind in ihrer Orientierungsphase besonders empfänglich für Botschaften darüber, wer sie sind und was sie sein dürfen.
Wollen wir ihnen wirklich vermitteln, dass ihr Geschlecht über ihren Wert entscheidet? Oder wollen wir zeigen, dass wir alle Menschen sind, die einander brauchen – und dass wir nur gemeinsam stark sind?
Wie geht ihr mit der Gender-Situation in der Bekleidungsindustrie um?

